Frottage

April 8th, 2010
Frottage

Bei der Frottage, vom französischen “frotter“ (abreiben), auch “brass rubbing“ genannt, werden mittels Durchreibens Oberflächenstrukturen auf Papier übertragen, indem sich die erhabenen Stellen des Objekts auf dem Papier abzeichnen.

Dafür wird das Papier über das Objekt gelegt und ein weicher Stift darüber gerieben. Durch unterschiedlich starke Schattierung der Schraffur wird die Oberflächenstruktur sichtbar. Ein stärkerer oder schwächerer Druck erzeugt dabei unterschiedliche Tonwerte.

Dieses Verfahren ermöglicht eine überaus detailgenaue Reproduktion und Abbildung von Oberflächenstrukturen auf Papier.

Die Frottage kann als das wohl älteste farbige Druckverfahren bezeichnet werden. Bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. wurden mit dieser Technik die Schriften des Konfuzius vervielfältigt. Als Druckstock diente damals eine gravierte Steinplatte, in deren Vertiefungen mit Hilfe eines Lappens ein feuchtes Papier gedrückt wurde. Um das Motiv sichtbar zu machen, wurde das Papier mit Tusche bestrichen, wobei die Vertiefungen weiß blieben.

In seiner heutigen Form hat Max Ernst 1925 diese Technik in die Kunst eingebracht, und den Begriff Frottage weitgehend geprägt.

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