Hochdruck

April 8th, 2010
Hochdruck

Beim Hochdruck stehen die zu druckenden Elemente höher als die nicht zu druckenden Bereiche. So werden nur die erhöhten Bereiche mit Farbe bedeckt und abgebildet. Der Hochdruck wird als direktes Druckverfahren bezeichnet, da die Farbe vom Träger direkt auf das zu bedruckende Material übergeht. Aus diesem Grund muss das Motiv auf dem Träger spiegelverkehrt angebracht sein. Der Hochdruck ist das älteste Druckverfahren und geht in seiner jetzigen Form auf Johannes Gutenberg zurück, dessen Name vor allem durch die Gutenberg Bibel ein Begriff ist. Dieser erleichterte im 15. Jahrhundert durch die neuartige Verwendung beweglicher Lettern statt der bis dahin üblichen Drucktafeln aus Holz, den Buchdruck erheblich.

Die Druckträger können aus ganz unterschiedlichen Materialien bestehen. Je nach Härtegrad ist dabei eine unterschiedlich hohe Haltbarkeit und damit einhergehend eine unterschiedlich hohe Auflage möglich. Die ursprünglich verwendeten Einzellettern aus Blei sind hier durch ihre Härte und Widerstandskraft für höhere Auflagen geeignet als beispielsweise elastische Druckformen aus Gummi, die einer hohen Abnutzung unterliegen.

Gedruckt werden kann mit austauschbaren Einzellettern oder kompletten Vorlagen in Plattenform, sogenannten Klischees.

Für dieses Verfahren gibt es drei unterschiedliche Druckmaschine. In der Tiegeldruckpresse wird das zu bedruckende Material nach dem Druckprinzip Fläche gegen Fläche gegen den mit Farbe bestrichenen Druckträger gepresst. In der Zylinderdruckpresse wird der plane Druckträger für gewöhnlich unter dem auf einen Zylinder gespannten Papier durchgezogen.

In der Rotationsdruckmaschine drehen sich zwei Zylinder gegeneinander. Das Papier läuft dabei zwischen dem Druckträger und dem Gegendruckzylinder und nimmt von dort die Farbe auf. So sind auch mehrfarbige Drucke möglich, da mehrere Plattenzylinder hintereinander drucken.

Aus dieser Grundform entwickelten sich weitere Druckformen. Der Letterset ist eine indirekte Form des Hochdrucks, bei dem von einem seitenrichtigen, auf dem Druckzylinder befestigten Klischee gedruckt wird. Das Bild wird von dort zuerst auf einen Gummituchzylinder und erst dann aufs Papier übertragen.

Beim Flexodruck wird rund gegen rund und im Gegensatz zum Buckdruck, von flexiblen, auf Drehzylindern befestigten Druckplatten gedruckt.

Der Hochdruck, den man leicht an den Anhäufungen von Farbe am Buchstabenrand, dem sogenannten Quetschrand, und einem leichten Relief erkennt, wird heute kaum noch eingesetzt. Die Herstellung der Druckplatten ist zu teuer, die Zurichtung zeitaufwendig und die Lagerung der sperrigen Platten unwirtschaftlich. Nur im künstlerischen Bereich wird er teilweise noch angewandt.

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