Tampondruck

April 8th, 2010
Tampondruck

Der Tampondruck entstand 1968 durch den Graveurmeister Wilfried Philipp und ist eine Weiterentwicklung des Decalcierverfahrens. Er zählt zu den indirekten Tiefdruckverfahren und ist vor allem bei der Bedruckung unebener und gewölbter Kunststoffflächen von großer Bedeutung.

Das vertieft im Klischee liegende Druckbild wird mit einem Rakel mit Farbe ausgestrichen. Der Tampon aus Silikonkautschuk bewegt sich zur Druckform, nimmt das Druckbild auf und überträgt es auf den Bedruckstoff. Man spricht daher von einem indirekten Druckverfahren.

Durch die besondere Elastizität des Tampons kann er sich jeder Form anpassen und ermöglicht so, anders als beispielsweise beim Siebdruck, auch die Bedruckung von gewölbten Flächen. Daher findet er in vielen Bereichen der Werbemittelbranche, bei der Herstellung von Modelleisenbahnen, Spielzeug, Geschirr und im Automotive-Bereich seine Anwendung.

Man unterscheidet drei Verfahren des Tampondrucks. Im offenen Farbsystem befindet sich die Farbe in offenen Becken, wird auf das Klischee aufgebracht und überschüssige Farbe mit einem Rakel entfernt. Es wird heute nur noch bei großen Druckflächen eingesetzt. Im geschlossenen Farbsystem wird die Farbe aus einem verschlossenen Behälter, der gegen das Klischee gepresst wird, übertragen. Beim Rotationstampondruck, der besonders für die Bedruckung gewölbter Teile verwendet wird, haben sowohl Klischee als auch Tampon eine zylindrische Form, die einen fortlaufenden Druckvorgang garantiert. Die Farbe wird hier aus offenen Wannen aufgenommen.

Bei modernen Maschinen können heute über eine automatisierte Teileerkennung unterschiedliche Druckbilder abgegeben werden, ohne dafür das Klischee zu wechseln.

Filled Under: Tampondruck