Tiefdruck

April 8th, 2010
Tiefdruck

Der Tiefdruck entwickelte sich im 19. Jahrhundert aus dem Kupferstich.

Beim Tiefdruck liegen die zu druckenden Flächen, die durch Gravur, Ätzung oder Laser erzeugt werden, die sogenannten Näpfchen, etwas vertieft. Die komplette, meist zylindrische Druckform wird in Farbe getaucht und überschüssige Farbe mit einem Rakel entfernt, so dass sie nur in den Vertiefungen zurückbleibt. Stege, die den Zylinder überziehen, helfen dabei, den Rakel sauber über die Flächen zu führen. Die Farbe gelangt aufgrund des Anpressdrucks zwischen Druckform und Presseur direkt auf das Druckobjekt, damit zählt der Tiefdruck zu den direkten Druckverfahren. Pro Druckvorgang wird immer eine Farbe verwendet, danach wird das Druckobjekt im nächsten Druckwerk mit einer weiteren Farbe bedruckt. Die Helligkeit der Farbtöne ergibt sich aus mehr oder weniger tiefen Näpfchen, die somit eine unterschiedlich große Farbmenge aufnehmen können.

Man unterscheidet zwei Druckverfahren, den Rotationstiefdruck und den Bogentiefdruck, bei denen jeweils von einer Rolle oder auf einzelne Bögen gedruckt wird. Im Rotationstiefdruck wird die Farbe von der zylindrischen Druckform auf das zu bedruckende Objekt, das mittels Stahlzylinder dagegen gepresst wird, übertragen. Der Rotationsdruck eignet sich aufgrund der recht kostspieligen und aufwendigen Herstellung der Druckplatten praktisch nur für sehr hohe Auflagen, beispielsweise von Zeitungen und Katalogen oder Tapeten.

Der Bogentiefdruck dagegen liefert eine besonders hohe Druckqualität und ist vor allem beim Druck von Leuchtstofffarben, Metallfarben und Lacken beispielsweise auf im Offsetdruck entstandene Motive, von Bedeutung. Das Ergebnis ist optisch sehr ansprechend und aufwändig, beispielsweise für besonders hochwertige Verpackungen, Wertpapiere oder auch Geldscheine.

Ein Merkmal per Tiefdruckverfahren entstandener Buchstaben ist ein Zackenrand, der als Sägezahneffekt bezeichnet wird. Dieser entsteht aufgrund der Feuchte des Papiers und durch die Stege,die auch einzelne Linien durchkreuzen können.

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